Literatur und mehr von Peter Biro
      Wissen, Erfahrung und grenzenlose innere Schönheit

 

Beruflich-wissenschaftliche Errungenschaften
von denen die Welt reden könnte, es aber nicht tut

Während meiner Tätigkeit am Institut für Anästhesiologie im Universitätsspital Zürich widmete ich mich den Problemen des anästhesiologischen Atemwegsmanagements und insbesondere der schwierigen Intubation, was eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen und Fachartikeln mit sich brachte. Ich entwickelte die Anwendung der Hochfrequenz Jetventilation aus den 70er Jahren weiter und passte sie den Erfordernissen und technischen Möglichkeiten der Zeit ca. um 1990 und später an. Hierbei war ich an der Entwicklung der Acutronic-Monsoon Jetventilator-Reihe beteiligt, und eines laserlichtresistenten Katheters für die infra-glottischen Jet-Beatmung, der meinen Namen trägt.



Ein halbjähriger Aufenthalt an der Thorax-Klinik Heidelberg verschaffte mir wichtige Erfahrungen und führte zu Publikationen, die meine Habilitation und spätere Ernennung zum Titularprofessor für Anästhesiologie an der Universität Zürich ermöglichten. Das halbstarre, manuell steuerbare SensaScope vereinte die Steuerbarkeit von flexiblen Endoskopen mit der leichten Handhabbarkeit von starren Stiletts.

In Zusammenarbeit mit Ingenieuren aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich entwickelten wir diverse Intubationshilfen REALITI, IntuBot und teilweise LarynGuide sind mit künstlicher Intelligenz und Robotik ausgestattet. Diese Arbeit wurde im Rahmen des prämierten Startup-Unternehmens aiEndoscopic AG durchgeführt, der ich von 2021 bis 2023 angehörte. Diese Ideen und deren Umsetzuingen weisen den Weg zu aufregenden künftigen Entwicklungen. 

IntuBot ist ein manuell oder autonom arbeitendes Intubationslaryngoskop basierend auf Bilderkennung unf künstlicher Intelligenz. Entwickelt mit Ingenieuren der aiEndoscopic AG, Zürich.

Insgesamt publizierte ich zwischen 1990 und 2021 rund einhundert Beiträge in Fachzeitschriften sowie 16 Buchkapitel und hielt über 200 eingeladene Fachvorträge an in- und ausländischen Kliniken, Symposien und Kongressen sowie Vorlesungen an der Universität Zürich.

Meine erste fachliche Buchpublikation war eine Band zum Thema der schweirigen Intubation, welches die Vorträge eines Symposiums zusammenfasste, das ich im Umiversitätsspital Zürich organisiert hatte. Es war meines Wissens das erste Werk dieser Art im deutschsprachigem Raum bevor das Atemwegsmanagement ausgesprochen populär wurde und weitere Publikationen nach sich zog: Biro P, Pasch T (Hrsg). Die schwierige Intubation: Erschwert zugängliche Atemwege. Verlag Hans Huber: Bern Göttingen Toronto 1995.

Unter anderem gab ich ab 1996 das deutschsprachige Standardwerk für Anästhesie bei seltenen Erkrankungen heraus, welches bereits in der 5. Auflage erschienen ist: Biro P, Vagts D, Emmig U, Pasch T. Anästhesie bei seltenen Erkrankungen, 4 Aufl. Springer: Berlin  Heidelberg  New York 2011.

Kartagener-Syndrom, Gordon-Syndrom, Alkaptonurie ... Patienten mit seltenen Erkrankungen, wie angeborenen Syndromen oder Stoffwechselerkrankungen, kommen im anästhesiologischen Alltag oft nur sporadisch vor, erfordern bei ihrem Auftreten jedoch häufig ein spezielles anästhesiologisches Management. Die 5. Auflage des vorliegenden Werkes erscheint komplett aktualisiert und beschreibt in alphabetischer Reihenfolge ca. 160 seltene Erkrankungen und Syndrome unter anästhesiologischen Gesichtspunkten wie Synonyme, Inzidenz, Ätiologie, Symptomatik, Begleiterkrankungen, Präoperative Abklärung, anästhesiologisches Management, Monitoring, Hinweise auf besondere Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen.

Als besonders originell kann mein Beitrag zur Evolutionsbiologie der Lungenfische betrachtet werden, in dem ich die Ursachen und die Entwicklung der im frühen Devon erfolgten Kreuzung zwischen Atemweg und Gastrointestinaltrakt herleitete. Aufgrund dieser störungsanfälligen anatomischen und funktionell komplexen Besonderheit, die sich bei Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren findet, ist es oft notwendig, bei Bewusstlosen und anästhesierten Patienten den Atemweg z.B. durch tracheale Intubation zu sichern. Ein später Nebeneffekt dieser anatomisch-funktionellen Entwicklung ist die Fähigkeit Geräusche zu erzeugen, damit Kommunikation zu betreiben, zu sprechen und zu singen.

Wann immer das Bewusstein und die Schutzreflexe des Atemwegs vermindert sind, z.B. während einer Narkose oder in einer Reanimatiossituation, stellt diese Kreuzung eine Gefahrenzone dar. Vor allem besteht das Risiko, dass Mageninhalt oder Blut aus einer Verletzung in die Lunge eindringt. Deshalb ist in dieser Situation eine tracheale Intubation notwendig, die nichts anderes ist als 1) ein offenes Conduit für die Beatmung und 2) eine Abdichtung des Atemwegs gegenüber allem, was nicht dort hineingehört. Bei der gelegentlich erforderlichen Tracheotomie wird die Kreuzung umgangen, und auf diese Weise die Sicherheit von Atmung/Beatmung und Atemwege/Lunge gewährleistet.

Biro P. The evolutionary reason for the need to secure the airway in anaesthesia. Isr Med Assoc J 2011; 13: 5-8